Wie Karlsson hilft

Wie wir helfen

Vielen Kindern, die wir unterstützen, mangelt es nicht an Liebe. Ihre Eltern verfügen allerdings nicht über die finanziellen Möglichkeiten, sie ausreichend zu fördern. Derzeit begleiten wir deshalb 100 Kinder aus 50 Familien in Form von Patenschaften. Über einen individuellen Zeitraum unterstützen wir sie neben unserem ehrenamtlichen Einsatz durch Sachleistungen für Bildung, Ernährung, Kleidung und Freizeit. Über den Bedarf und die Effizienz der eingesetzten Mittel entscheiden wir im Rahmen von Besuchen

Karlsson organisiert außerdem verschiedene Sport- und Freizeitangebote in festen Gruppen zum Aufbau und zur Förderung sozialer Kompetenz und sozialer Kontakte (z. B. Reiten, Fußballtraining, Kochkurse, Schwimmunterricht, Skiunterricht). Zur Lernförderung unterstützt und finanziert Karlsson Nachhilfestunden, den »offenen Ganztag« und Musikunterricht.

Unterstützung, die ankommt

Unsere langjährige Arbeit zeigt, dass das, was wir tun, etwas bewirkt. Das kann die Verbesserung einer Latein-Note sein, der Wechsel auf ein Gymnasium, aber auch der Beginn eines Hochschulstudiums. Wir freuen uns über jede Erfolgsgeschichte – ob groß oder klein.
In den letzten Jahren haben wir viele Karlsson-Kinder in die Ausbildung oder ein Studium begleitet: Unsere Schützlinge haben z. B. die Ausbildung zum Erzieher, Dachdecker, Arzthelfer, Mechaniker, Friseur, Bauzeichner, Koch oder Altenpfleger aufgenommen. Auch Studenten sind mittlerweile unter den Karlsson-Kindern: u. a. zukünftige Architekten oder Tierärzte.
Neben der schulischen Unterstützung freuen wir uns auch immer, wenn Sachspenden an der richtigen Stelle ankommen. Das kann die Ausstattung eines Kinderzimmers sein, die Einkleidung mit Winter-/Sommergarderobe oder die Erstausstattung für ein Neugeborenes.
Und weil Spaß natürlich an oberster Stelle steht, ist es ganz wichtig, dass unseren Kindern auch in ihrer Freizeit Möglichkeiten eröffnet werden, die ihnen ansonsten verwehrt bleiben würden. Deshalb organisiert Karlsson e. V. u. a. regelmäßig Reisen und Ausflüge. Eine kleine Auswahl an Reiseberichten finden Sie hier.

Berlin/Potsdam
Bei unserem Ausflug nach Berlin und Potsdam, den wir für die „älteren“ Karlsson-Kinder organisiert haben, konnten alle ganz nebenbei noch etwas lernen: Eine Zeitreise hat uns zuerst ins 18. Jahrhundert zu den Preußen geführt. Danach ging es in die architektonische und politische Moderne. Unter der Kuppel des Reichstages wurde uns dafür das deutsche Staatssystem anschaulich erklärt. Richtig viel Spaß und dazu noch kulturelle und politische Bildung – ein rundum gelungener Ausflug!

Helgoland
Sonne, Meer und Strand – unsere „Kleinen“ haben auf Helgoland ganz viel Natur erlebt. Die auto- und fahrradfreie Insel bietet mit ihren vielen Naturschutzgebieten (u. a. für Vögel) direkten Kontakt zu unberührten Landschaften und zu Tieren, die man nicht jeden Tag zu Gesicht bekommt. Zum Beispiel rasten Kegelrobben an der Küste Helgolands. Ein wunderschöner und erholsamer Urlaub für die jüngeren Karlsson-Kinder, die hier viel Neues entdecken konnten.

Mallorca
Urlaub in einer echten Finca auf Mallorca – für viele unserer Kinder war der Urlaub im Ausland eine Premiere. Neben Strand und Meer gab es aber noch viel anderes zu erleben: Die kleinen Urlauber haben z. B. bei der Zitronenernte tatkräftig mitgeholfen. Ein ganz besonderes Erlebnis, das noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Erfolgsgeschichten

Tobias ist acht Jahre alt, als er 2006 das erste Mal von Jutta la Mura besucht wird. Seine Mutter ist sehr bemüht und interessiert daran, ihren einzigen Sohn bestmöglich zu fördern. Allerdings fehlen der Alleinerziehenden die finanziellen Mittel: Sie ist geringfügig beschäftigt und erhält ergänzende Leistungen des Jobcenters.

Tobias hat zu diesem Zeitpunkt besondere Schwierigkeiten im Schulfach Deutsch. Außerdem fällt er durch seine motorische Unruhe auf. Schnell ist klar, wie der Junge gefördert werden kann: Tobias bekommt Deutsch-Nachhilfe, um seine Defizite beim Lesen und Schreiben auszugleichen. Außerdem wird er in die Sportgruppe „Kiss“ eingebunden. Gelegentliche Kleiderspenden entlasten das Haushaltsbudget der Familie.

Die Absprache mit der Mutter funktioniert reibungslos und Tobias zeigt schnell erste Fortschritte. Nach anfänglicher Befangenheit integriert er sich rasch in seine Sportgruppe und zeigt großes Talent bei Ballspielen. Schulisch entwickelt er sich zwar langsam, aber kontinuierlich vorwärts – das Lesen bereitet ihm mittlerweile Freude. In der 4. Klasse erhält er eine Haupt- und Gesamtschulempfehlung. Inzwischen wird er auch im Fach Englisch gefördert.

Allmählich wächst er aus der Sportgruppe heraus – und kommt deshalb in einem Herforder Verein unter, in dem er mit ganz viel Freude und Talent Fußball spielen kann. Natürlich finanziert Karlsson weiterhin Tobias Sportbekleidung und auch besondere Ausgaben, die seinen Sport betreffen. Durch sein Talent steigt er bald auf und kann – seitdem er 14 ist – durch das Fußballspielen sogar sein Taschengeld verdienen.

Tobias nimmt an mehreren Reisen des Karlsson-Vereins teil. Als Einzelkind ist er es zunächst nicht gewohnt, Rücksicht zu nehmen und die Bedürfnisse anderer Kinder zu akzeptieren. Bei jeder Freizeit entwickelt er aber mehr Empathie im Umgang mit anderen Kindern und knüpft Freundschaften.

Mittlerweile ist Tobias in der gymnasialen Oberstufe einer Gesamtschule und macht sein Abitur. Seine beruflichen Pläne verfolgt er sehr zielstrebig: Im Sommer 2018 beginnt er seine Ausbildung bei der Polizei.

Vom ersten Besuch bis zur geglückten Förderung

Ob tatsächlich Unterstützungsbedarf für ein Kind besteht, stelle ich durch einen Hausbesuch fest. Im persönlichen Gespräch mit den Erziehungsberechtigten und manchmal auch in Anwesenheit der Erziehungsbeistände legen wir dann fest, welche Hilfen benötigt werden.

Jutta LaMura

Der Karlsson e. V. unterstützt durch Nachhilfe, Schulmaterialien, jahreszeitlich passende Kleiderspenden, Möbelspenden und Freizeitaktivitäten. Natürlich versuchen wir auch, besondere Hilfsanfragen zu realisieren – allerdings wird finanzielle Unterstützung in Form von Geldzuwendungen nicht bewilligt.

Optimalerweise starten wir mit unserer Unterstützung, wenn das Kind noch recht jung ist. Die Förderung selbst besteht aus zwei Säulen: die schulische Leistung und die Körperwahrnehmung betreffend. So stellen wir sicher, dass wir unseren Schützlingen intellektuell und motorisch den Weg ebnen.

Viele „unserer“ Kinder starten als Förderschüler – mit einer kontinuierlichen schulischen Unterstützung erreichen sie aber meist einen qualifizierten Abschluss. Bisher konnten wir 4 Kinder sogar von der Förderschule bis zum Abitur verhelfen. Diese Kinder sind tatsächlich auch sehr jung bei uns gestartet. Nur durch konsequente Förderung und Kooperation mit den Schulen ist eine solche Leistungsverbesserung möglich.

Neben der schulischen Entwicklung ist es genauso wichtig, die Körperwahrnehmung der Karlsson-Kinder zu stärken. Zu diesem Zweck haben wir zwei Reitgruppen und mehrere Sportkurse (Förderschwerpunkt Psychomotorik) eingerichtet. Mindestens 40 Kinder sind wöchentlich in diese Bewegungsprogramme eingebunden – fast die Hälfte aller Kinder, die wir unterstützen.

Außerdem bieten wir zusätzlich Tagesausflüge und Sommerfreizeiten an. Damit unterstützen wir die Entwicklung des Sozialverhaltens, erweitern den Horizont der Kinder und fördern die Selbständigkeit.

Die mehrtägigen Fahrten beinhalten auch immer einen Bildungsteil. Wir besichtigen z. B. Schlösser, Baudenkmäler, Museen und die Natur